top of page

Broadway Meets Pop im Admiralspalast – Wenn Musicalgeschichte auf moderne Popkultur trifft

Es gibt Abende, an denen die Grenzen zwischen Musical, Pop und Theater völlig verschwimmen – und genau das geschah bei Broadway Meets Pop im Berliner Admiralspalast. Die Show stellte eindrucksvoll unter Beweis, wie eng Popmusik und Musicalwelt miteinander verflochten sind. Künstlerinnen und Künstler bedienen sich seit Jahrzehnten gegenseitig: Pop-Songs werden zu Musicalhits, Musicalnummern zu Chartbreakern, Soundtracks werden zu Bühnenstücken – und manchmal wird aus einem Musical sogar ein Blockbuster-Film.


An diesem Abend gab es dafür unzählige Beispiele, doch ein Beispiel blieb uns besonders im Kopf: „If I Were a Rich Man“ aus dem Musical Fiddler on the Roof, das Gwen Stefani später als Vorlage für ihren HitRich Girl“ nutzte. Genau solche Aha-Momente machten die Show so reizvoll.



Der Admiralspalast war an diesem Montagabend zwar nur halb gefüllt – vielleicht lag es am Wochentag, vielleicht an der Umbenennung oder dem weiterentwickelten Konzept der Show. Einige wenige Gäste schienen überrascht von der poplastigen Ausrichtung, da die Produktion früher offenbar anders firmierte. Doch: Qualität und Stimmung litten darunter absolut nicht.

Musikalisch wie erzählerisch bot der Abend einen gewaltigen Unterhaltungswert. Die Songs waren kraftvoll arrangiert, die Inszenierung modern und die Moderationen voller persönlicher Geschichten, die das Publikum unmittelbar fesselten.



Mit Jan Ammann, Patrick Stanke, Sophia Riedl und Karolin Konert standen einige der größten Stimmen der deutschen Musicalszene auf der Bühne. Ergänzt wurden sie von Ivy Quainoo, Gewinnerin der ersten The Voice of Germany-Staffel – und das Publikum erfuhr, dass sie viele Jahre in der New Yorker Theaterszene tätig war, bevor sie in Deutschland im Musical Hamilton mitwirkte. Eine beeindruckende Vita, die an diesem Abend einmal mehr sichtbar wurde.


Auch Sophia Riedl überraschte mit Details aus ihrer Karriere: Sie ist nicht nur eine formidable Bühnendarstellerin, sondern auch im Synchrongesang aktiv – unter anderem als Gesangsstimme von Glinda in Wicked sowie für Schneewittchen in der Realverfilmung. Ein Talent, das vielen vorher gar nicht bewusst war – und das sich in ihrer Präsenz und stimmlichen Präzision deutlich widerspiegelte.




Einer der unterhaltsamsten Momente des Abends waren die persönlichen Anekdoten der Darstellenden. Vor allem Jan Ammann sorgte mit seinen Geschichten aus dem Musicalalltag für herzliche Lacher und staunendes Raunen. Seine Erzählung über den legendären Hosenriss als Graf von Krolock – ein Vorfall, der längst Kultstatus hat – bot einen humorvollen Blick in die Patzer der Musicszene. Ebenso das berühmte Türknallen bei „Die Schöne und das Biest“, das einst so heftig ausfiel, dass die Szene unterbrochen werden musste, weil die Kolleginnen und Kollegen schlichtweg nicht mehr weiter machen konnten.

Solche Momente machten den Abend persönlich, nahbar und ausgesprochen charmant.


Fazit: Eine Show, die verbindet – und begeistert

Trotz halbvollen Saals bot Broadway Meets Pop ein energiegeladenes Erlebnis, das Musicalklassiker mit moderner Popmusik auf spannende Weise verschmelzen ließ. Die Show zeigte, wie zeitlos diese Songs sind – und wie viel künstlerisches Potenzial in neuen Arrangements steckt.


Für Musicalfans, Pop-Liebhaber und alle, die Lust auf musikalische Vielfalt haben, bleibt dieser Abend ein Erlebnis voller Überraschungen, Emotionen und beeindruckender Stimmen.


bottom of page