It’s Not The Same As It Was
- Jennifer Götz

- 18. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Fast drei Jahre mussten Fans warten, bis Harry Styles endlich wieder auf die Bühne zurückkehrte. Am 16. Mai 2026 startete er in Amsterdam seine neue Tour und die Vorfreude war riesig. Seit seinem letzten Konzert am 22. Juli 2023 hatten viele Fans diesen Moment herbeigesehnt. Entsprechend emotional war die Stimmung schon Stunden vor Einlass. Alle wollten endlich wieder „ihren“ Harry sehen.
Musikalisch lieferte Harry Styles dabei genau das, was man von ihm erwartet. Er wirkte energiegeladen, tanzte deutlich mehr als auf früheren Tourneen und überzeugte stimmlich auf ganzer Linie. Unterstützt wurde er von einem kompletten Orchester mit Streichinstrumenten, das der Show eine neue, fast cineastische Atmosphäre verlieh. Besonders das Mashup aus „Carla’s Song“ und „Satellite“ gehörte zu den Highlights des Abends und sorgte für große Begeisterung im Publikum.

Auch die Setlist zeigte, wie sehr Harry sich weiterentwickelt hat. Neben bekannten Songs wie „Golden“, „Watermelon Sugar“, „Adore You“ oder „As It Was“ präsentierte er viele neue Arrangements und ein insgesamt deutlich größer produziertes Showkonzept. Passend dazu sagte er selbst auf der Bühne: „I got older and the stage got bigger.“
Genau diese größere Bühne wurde jedoch für viele Fans zum größten Kritikpunkt des Abends. Der Bühnenaufbau war extrem hoch und auf beiden langen Seiten durch große Hügelkonstruktionen eingeschränkt. Besonders in den seitlichen Bereichen der Stehplätze führte das dazu, dass bei vielen Songs kaum Sicht auf Harry möglich war. Betroffen waren dabei nicht nur hintere Reihen, sondern auch Fans direkt an der Barricade. Viele berichteten, dass vor allem die Songs auf dem mittleren Laufsteg oder im vorderen Bereich der Bühne praktisch nicht sichtbar waren.
Dadurch entstand bei zahlreichen Besuchern Enttäuschung, insbesondere angesichts der hohen Ticketpreise und der großen Anzahl an VIP-Tickets, die trotz des Preises keine wirklich gute Sicht garantierten. Die Bühne wirkte insgesamt deutlich stärker auf Sitzplätze ausgelegt als auf die großen Stehplatzbereiche.

Hinzu kamen kleinere technische Probleme. Bei einigen Songs war der Bass sehr dominant eingestellt und klang stellenweise unsauber oder schnarrend. Diese Momente nahmen der ansonsten starken musikalischen Performance etwas von ihrer Wirkung.
Trotz aller Kritik bleibt festzuhalten, dass Harry Styles auf der Bühne eine beeindruckende Show geliefert hat. Wer einen guten Platz hatte, erlebte ein visuell und musikalisch starkes Konzert mit emotionalen Momenten, viel Energie und einem Künstler, der sich sichtbar weiterentwickelt hat.
Dennoch hinterließ der Abend bei vielen langjährigen Fans gemischte Gefühle. Der intime, nahbare Harry früherer Tourneen wich in Amsterdam stellenweise dem globalen Superstar Harry Styles. Größer, spektakulärer und professioneller denn je – aber für einige eben auch ein Stück weiter entfernt vom Publikum.
Am Ende bleibt ein Konzert, das musikalisch überzeugen konnte, organisatorisch und konzeptionell jedoch nicht alle Erwartungen erfüllte. Oder, um es mit einem seiner bekanntesten Songs zu sagen: It’s not the same as it was.


